Der Tango Argentino ist im Grunde ein ruhiges Gehen im 4/4-Takt, verbunden mit weichen, fließenden Figuren - er führt, sie folgt. Im Gegensatz zum gängigen Bild bestimmt der Mann zwar jeden einzelnen Schritt, doch im Prinzip begleitet er nur die Bewegungen der Frau. Sein höchstes Ziel ist, dass sie sich wohl fühlt. Gleichzeitig tanzt sie ausschließlich für ihn. Dabei darf sie ganz Frau sein, kann schmeicheln und umgarnen, mit Distanz und Tempo spielen. Der Tango lebt im Moment, er ist immer wieder neu, folgt nur der Musik und den Empfindungen des Paares.
Wer Tango tanzt, bekommt die Milonga und den Vals mit dazu, auf beide Tänze werden im Wesentlichen Tangoschritte getanzt. Dabei ist die Milonga rhythmisch etwas schneller als der Tango. Sie braucht keine komplizierten Figuren, lebt von ihren rhythmischen Variationen und der mitreißenden Musik. Vom Ausdruck her ist sie locker und fröhlich - bei der Milonga sieht man regelmäßig lachende Gesichter bei Zuschauern und Tänzern.
Der Vals ist Tango mit einem Schuss Wiener Walzer. Die Betonung liegt auf fließenden Bewegungen und Drehungen. Der Tanz ist sehr beschwingt, romantisch, von der Stimmung beinahe etwas entrückt und immer wieder ein schöner Kontrapunkt bei Tanzabenden.